Die Kompetenzen von Mitarbeitenden zu identifizieren, ist für Unternehmen, die wettbewerbsfähig bleiben wollen, zentral. Dieser Ansatz hilft dabei, Talente gezielt zu entwickeln und Weiterbildungspläne wirksam zu gestalten. Erfahren Sie, warum diese Praxis unverzichtbar ist, welche Kompetenzen analysiert werden sollten und mit welchen Methoden und Tools sich Kompetenzen systematisch erfassen lassen.
Das Wichtigste auf einen Blick
Kompetenzen zu identifizieren ist entscheidend, um die berufliche Entwicklung von Mitarbeitenden zu begleiten, das Talentmanagement zu optimieren und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu sichern.
Man unterscheidet verschiedene Kompetenzarten: Hard Skills (fachlich-technisch), Soft Skills (verhaltensbezogen), Fachwissen (theoretische Kenntnisse) und Sprachkompetenzen.
Eine Kompetenzmatrix macht Stärken und Lücken sichtbar und erleichtert die Planung von Weiterbildungen und internen Mobilitäten.
Ein Kompetenzmodell beschreibt die erwarteten Kompetenzen pro Funktion und dient als Grundlage für Beurteilung und Entwicklung.
Zu den wichtigsten Instrumenten zählen Mitarbeitergespräche sowie praktische oder theoretische Kompetenztests.
HR-Software unterstützt dabei, Kompetenzdaten zu bündeln, auszuwerten und Weiterbildungsbedarfe systematisch zu verfolgen.
Warum ist es wichtig, die Kompetenzen von Mitarbeitenden zu identifizieren?
Die systematische Erfassung von Kompetenzen trägt sowohl zur individuellen Leistungsfähigkeit als auch zum kollektiven Unternehmenserfolg bei.
Die berufliche Entwicklung der Mitarbeitenden fördern
Kompetenzen zu identifizieren hilft dabei, Mitarbeitende gezielt in ihrer beruflichen Entwicklung zu begleiten. Unternehmen können so:
Weiterbildungen planen, um Kompetenzlücken zu schliessen und Mitarbeitende gezielt auf neue Aufgaben vorzubereiten
interne Mobilität fördern und Laufbahnen stimmig weiterentwickeln
Talente mit Potenzial erkennen und gezielt in Entwicklungsprogramme aufnehmen
Beispielsweise ermöglichte die Kompetenzanalyse in einem Beratungsunternehmen:
eine Projektmanagement-Schulung für Berufseinsteiger:innen zu organisieren
eine Analystin in eine Projektleitungsfunktion zu überführen
einen Mitarbeitenden in ein spezifisches Entwicklungsprogramm zu integrieren
Das Talentmanagement optimieren
Wer die Stärken und Entwicklungsfelder von Mitarbeitenden kennt, kann Ressourcen gezielter einsetzen und:
die Personalressourcen gezielter steuern
Überlastungen durch Kompetenzlücken oder Fehlzuordnungen vermeiden
Rekrutierungskosten senken, indem interne Mobilität frühzeitig geplant wird
Beispiel: In einer Marketingagentur zeigte die Analyse, dass ein Designer zusätzlich über redaktionelle Kompetenzen verfügte. Das Team verteilte Aufgaben neu, reduzierte Spitzenbelastungen und plante mittelfristig und ohne externe Rekrutierung eine interne Weiterentwicklung in eine hybride Rolle.
Die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens sichern
Die Identifikation von Kompetenzen stellt sicher, dass Mitarbeitende über die Fähigkeiten verfügen, die für eine nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit notwendig sind. Unternehmen können dadurch:
Veränderungen von Rollen und Anforderungen frühzeitig antizipieren
strategische Kompetenzen gezielt aufbauen, etwa über kontinuierliche Weiterbildung
vorhandene Kompetenzen mit den Unternehmenszielen in Einklang bringen
In der Schweiz gewinnt dieser Ansatz an Bedeutung: Unternehmen investieren verstärkt in die Entwicklung ihrer Mitarbeitenden und achten darauf, Kompetenzen und Unternehmensbedürfnisse besser aufeinander abzustimmen.
Welche Arten von Kompetenzen gibt es?
Berufliche Kompetenzen lassen sich in mehrere, sich ergänzende Kategorien einteilen:
Hard Skills
Soft Skills
Fachwissen
Sprachkompetenzen
Hard Skills
Hard Skills umfassen die fachlich-technischen Kompetenzen, die für eine Funktion oder Branche erforderlich sind. Sie sind messbar und oft durch Abschlüsse oder Zertifikate belegt.
Dazu zählen beispielsweise:
der Umgang mit spezifischer Software wie Excel
technisches Know-how, etwa in Mechanik oder Projektmanagement
Programmierkenntnisse (z. B. Python, Java)
Verkaufs- oder Verhandlungstechniken
Hard Skills sind Voraussetzung für die Ausübung einer Funktion in einem Unternehmen. Ihr volles Potenzial entfalten sie in Kombination mit Soft Skills.
Soft Skills
Soft Skills bezeichnen soziale, kommunikative und persönliche Kompetenzen, die den Umgang mit unterschiedlichen beruflichen Situationen prägen.
Besonders gefragt sind:
Zeitmanagement
Empathie und Kommunikationsfähigkeit
Stressbewältigung
Kreativität bei komplexen Problemstellungen
Führungsfähigkeiten im Teamkontext
Diese Kompetenzen gewinnen an Bedeutung, weil sie massgeblich zum Erfolg gemeinsamer Projekte beitragen.
Gut zu wissen: Soft Skills machen oft den Unterschied zwischen guten und sehr guten Mitarbeitenden.
Fachwissen
Fachwissen umfasst theoretische Kenntnisse, die durch Ausbildung oder Berufserfahrung erworben wurden und die praktische Arbeit unterstützen.
Dazu gehören zum Beispiel:
Grundlagen in Wirtschaft oder Recht
Kenntnisse in Unternehmensführung
Wissen über Normen und Standards wie ISO
Dieses Wissen ist häufig Voraussetzung für Funktionen mit erhöhter Verantwortung.
Sprachkompetenzen
Sprachkenntnisse sind in vielen Branchen ein klarer Wettbewerbsvorteil. Sie erleichtern:
die Zusammenarbeit mit internationalen Partner:innen
den Zugang zu neuen Märkten
die Integration in multikulturelle Teams
Englisch gilt heute oft als Grundvoraussetzung. Weitere Sprachen wie Chinesisch oder Arabisch können je nach Branche zusätzliche Vorteile bringen.
Welche Methoden eignen sich, um Kompetenzen von Mitarbeitenden zu identifizieren?
Für die Identifikation von Kompetenzen stehen verschiedene bewährte Methoden zur Verfügung.
Die Kompetenzmatrix
Eine Kompetenzmatrix ist ein visuelles Instrument, um:
vorhandene Kompetenzen pro Mitarbeitende zu erfassen
Abweichungen zwischen Ist-Kompetenzen und Rollenanforderungen sichtbar zu machen
Weiterbildungs- und Entwicklungsbedarfe zu planen
Sie unterstützt das Talentmanagement, indem sie Stärken und Entwicklungsfelder im Unternehmen auf einen Blick zeigt.
Das Kompetenzmodell
Ein Kompetenzmodell beschreibt detailliert, welche Kompetenzen für eine Funktion erwartet werden. Es enthält:
unverzichtbare Kompetenzen
ergänzende oder wünschenswerte Kompetenzen
klare Bewertungskriterien je Kompetenzstufe
Gut zu wissen: Ein sauber aufgebautes Kompetenzmodell erleichtert strukturierte Mitarbeitendengespräche und schafft Transparenz über Entwicklungsziele.
Mit welchen Tools lassen sich Kompetenzen erfassen?
Zur Identifikation von Kompetenzen kommen insbesondere folgende Instrumente zum Einsatz:
Mitarbeitendengespräche
Kompetenztests
Mitarbeitendengespräche
Jahres- oder Entwicklungsgespräche sind zentrale Möglichkeiten, um über die Kompetenzen von Mitarbeitenden zu sprechen. Diese Gespräche ermöglichen es:
· bisherige Leistungen zu reflektieren
Weiterbildungsbedarfe zu identifizieren
berufliche Ziele und Wünsche zu besprechen
Kompetenztests können diese Gespräche sinnvoll ergänzen.
Kompetenztests
Kompetenztests bewerten fachliche oder verhaltensbezogene Fähigkeiten von Mitarbeitenden praxisnah oder theoretisch, zum Beispiel durch:
Softwaretests (zum Beispiel Excel oder Photoshop)
simulierte Situationen zur Beurteilung von Problemlösungsfähigkeiten
Gut zu wissen: Gerade in technischen oder handwerklichen Berufen liefert die Beobachtung von Mitarbeitenden im Arbeitsalltag oft besonders aussagekräftige Ergebnisse.
Fazit
Zusätzlich kann eine Software für das Kompetenzmanagement eingesetzt werden, um Kompetenzen von Mitarbeitenden zentral zu erfassen, auszuwerten und Weiterbildungsbedarfe systematisch zu verfolgen. So lassen sich Entwicklungswege strukturieren und HR-Prozesse effizient unterstützen.
Nutzen Sie regelmässige Mitarbeitendengespräche als Ausgangspunkt für Kompetenzentwicklung und interne Mobilität.


