Onboarding, auch Integrationsprozess genannt, ist ein zentraler Hebel im Talentmanagement von Unternehmen. Oft wird es vernachlässigt oder auf eine rein administrative Begrüssung reduziert. Dabei kann ein professionell gestaltetes Onboarding die Performance, die Mitarbeitendenbindung und das Engagement deutlich steigern. Lucca zeigt Ihnen, was Onboarding konkret bedeutet und welche Best Practices Sie anwenden können, um neue Mitarbeitende erfolgreich in Ihr Unternehmen zu integrieren.
Der Artikel in 1 Minute
-
Onboarding ist ein zentraler Prozess im Talentmanagement, der neuen Mitarbeitenden die Eingewöhnung erleichtert und ihr Engagement stärkt.
-
In der Schweiz kann ein gut strukturiertes Onboarding die Mitarbeitendenbindung um 82 Prozent erhöhen und die Kosten fehlgeschlagener Rekrutierungen deutlich senken.
-
Ein wirksames Onboarding basiert auf einer sorgfältigen Vorbereitung, einem durchdachten Empfang, passenden Schulungen und regelmässigen One-to-one-Gesprächen zur Förderung der Integration.
Was ist Onboarding?
Onboarding: Definition und Nutzen
Onboarding ist ein strategischer Prozess, mit dem ein Unternehmen neue Mitarbeitende willkommen heisst und sie beim Einstieg in ihre Rolle begleitet. Es geht weit über eine formale Begrüssung hinaus. Der Prozess umfasst alle Schritte von der Vertragsunterzeichnung bis zur vollständigen Selbstständigkeit von neuen Mitarbeitenden.
Der Onboarding-Prozess:
erleichtert die Anpassung von Mitarbeitenden an das neue Arbeitsumfeld.
unterstützt dabei, Werte und Mission des Unternehmens zu verinnerlichen.
verhindert vorzeitige Austritte, die häufig auf eine mangelhafte Integration zurückzuführen sind.
Ein gelungenes Onboarding sorgt dafür, dass sich neue Mitarbeitende willkommen und wertgeschätzt fühlen und sich rasch in ihre Aufgaben einfinden.
Ziele des Onboardings
Ein effektives Onboarding-Programm verfolgt mehrere HR- und Führungsziele:
Stress beim Stellenantritt reduzieren
Steigerung der Produktivität bereits in den ersten Wochen
Verkürzung der Einarbeitungszeit und Beschleunigung des Kompetenzaufbaus
Stärkung des Teamzusammenhalts
langfristige Bindung von Talenten
Verbesserung der Arbeitgebermarke und der Employee Experience
Warum ist Onboarding für Schweizer Unternehmen wichtig?
Onboarding ist mehr als ein formaler HR-Prozess. Es ist ein wirkungsvoller Hebel für Performance, Mitarbeitendenbindung und Teamkohäsion.
Einfluss des Onboardings auf die Mitarbeitendenbindung
Die ersten Wochen sind entscheidend. Viele Mitarbeitende wissen bereits in der ersten Woche, ob sie langfristig im Unternehmen bleiben möchten.
Ein strukturiertes Onboarding kann diese sensible Phase in eine positive Erfahrung verwandeln. Ein gut umgesetztes Onboarding kann die Mitarbeitendenbindung um bis zu 82 Prozent steigern.
In der Schweiz können die Kosten einer Fehlrekrutierung laut dem National Business Research Institute (NBRI) bis zum Fünffachen des Jahreslohns betragen. Onboarding gezielt zu optimieren ist daher ein wirkungsvoller Weg, um Zeit und Ressourcen zu sparen.
Folgen eines vernachlässigten Onboardings
Ein unzureichend vorbereitetes Onboarding kann unter anderem folgende Auswirkungen haben:
rascher Rückzug neuer Mitarbeitender
erschwerte Integration ins Team
vorzeitiger Austritt, teilweise bereits während der Probezeit
kollektive Demotivation im Team, das die Lücke auffangen muss
| Problem | Auswirkungen auf das Unternehmen |
|---|---|
| Hohe Fluktuation | Zusätzliche Rekrutierungskosten |
| Produktivitätsverlust | Reorganisation, Mehrbelastung im Team |
| Geschwächte Arbeitgebermarke | Schwierigkeiten bei der Gewinnung neuer Talente |
Gut zu wissen: Ein misslungenes Onboarding wirkt sich nicht nur negativ auf Mitarbeitende und Teams aus, sondern verursacht auch erhebliche vermeidbare Kosten.
Die zentralen Schritte eines erfolgreichen Onboarding-Prozesses
Ein wirksames Onboarding beschränkt sich nicht auf eine administrative Checkliste. Es ist ein schrittweiser Integrationsprozess, der bereits vor dem ersten Arbeitstag beginnt und über die ersten Arbeitswochen hinausreicht.
Preboarding strukturieren
Onboarding beginnt bereits mit der Vertragsunterzeichnung. In der Preboarding-Phase geht es darum, den Kontakt zu zukünftigen Mitarbeitenden aufrechtzuerhalten, Sicherheit zu geben und erste Informationen zu vermitteln.
Ein gelungenes Preboarding umfasst:
eine personalisierte Willkommensmail zur Erhebung administrativer Angaben
die logistische Vorbereitung, etwa die Bestellung von Arbeitsmitteln und das Einrichten von IT-Zugängen
das Bereitstellen nützlicher oder inspirierender Impulse, beispielsweise ein Video zur Unternehmenskultur oder ein persönliches Willkommenspaket
Gut zu wissen: Diese Phase ist entscheidend, um die Motivation und Vorfreude aus dem Rekrutierungsprozess lebendig zu halten.
Den ersten Arbeitstag vorbereiten
Neue Mitarbeitende bilden sich bereits am ersten Tag eine Meinung über ihr neues Arbeitsumfeld. Der Empfang sollte daher herzlich und engagiert gestaltet sein.
Mögliche Elemente für einen gelungenen ersten Arbeitstag:
ein vollständig eingerichteter Arbeitsplatz
ein Willkommenspaket im Corporate Design
eine Führung durch die Räumlichkeiten
ein gemeinsames Mittagessen mit dem Team
ein Gespräch mit der Führungskraft zur Klärung von Aufgaben und nächsten Schritten.
Die ersten Wochen begleiten
Nach den ersten Eindrücken müssen die folgenden Wochen Schulung, Begleitung und soziale Integration verbinden.
Folgende Massnahmen sind empfehlenswert, um die Grundlagen für ein kohärentes Kompetenzmanagement zu legen:
ein stufenweises Schulungsprogramm zu Tools, Prozessen und Unternehmenskultur
eine strukturierte Vorstellung der Abteilungen, um bereichsübergreifende Zusammenhänge zu verstehen
die Ernennung einer Ansprechperson, einer Patin oder eines Paten zur Unterstützung im Alltag
regelmässige Austauschtermine mit der Führungskraft zur Standortbestimmung und Zielanpassung
ein gemeinsamer Teamevent zur Förderung der Integration
Gut zu wissen: Onboarding betrifft nicht nur neue Mitarbeitende. Auch bei interner Mobilität sollte der Prozess erneut aktiviert werden, um den Einstieg in neue Aufgaben zu erleichtern. Das bezeichnet man als Crossboarding.
Wie lässt sich das Onboarding von Mitarbeitenden in der Schweiz optimieren?
Vorbereiten, ohne zu überfordern
Ein gutes Onboarding ist sorgfältig vorbereitet, aber nicht überladen. Neue Mitarbeitende sollten nicht mit zu vielen Informationen auf einmal überhäuft werden. Sinnvoller ist es, Inhalte über mehrere Wochen zu verteilen und Raum für individuelle Anpassung zu lassen.
Klare kurzfristige Ziele definieren
Neue Mitarbeitende brauchen Orientierung, um zu verstehen, was von ihnen erwartet wird.
Klar definierte und erreichbare Ziele für die ersten Wochen:
fördern die Motivation
erleichtern neuen Mitarbeitenden die Planung
schaffen einen klaren Rahmen für Fortschritte
Den Integrationsprozess individualisieren
Onboarding sollte die Unternehmenskultur und Unternehmenswerte widerspiegeln. Personalisierte Willkommenspakete, spielerische Elemente oder Einblicke in interne Rituale können den Prozess einzigartig machen und die Arbeitgebermarke stärken.
Austausch ermöglichen
Ein erfolgreiches Onboarding umfasst auch soziale Integrationsmomente, wie gemeinsame Frühstücke, Team-Mittagessen oder Afterwork-Treffen. Informelle One-to-one-Gespräche ermöglichen es neuen Mitarbeitenden zudem, ihr Team besser kennenzulernen.
Solche Formate helfen dabei, mit neuen Kolleginnen und Kollegen das Eis zu brechen und ein Gefühl der Zugehörigkeit zum Unternehmen zu entwickeln.
Einen schrittweisen Schulungsplan etablieren
Weiterbildung ist wichtig, sie sollte jedoch schrittweise, motivierend und passend gestaltet sein:
keine rein theoretischen Inhalte
Einsatz von E-Learning, Gamification oder interaktiven Formaten
langfristige Planung mit ergänzenden Modulen nach drei oder sechs Monaten
Regelmässiges Follow-up sicherstellen
Neue Mitarbeitende sollten nach der ersten Integrationsphase nicht sich selbst überlassen werden. Regelmässige One-to-one-Gespräche mit der Führungskraft helfen dabei:
Wohlbefinden und Fortschritt zu erfassen
Hindernisse frühzeitig zu erkennen
das Engagement langfristig zu sichern
Gut zu wissen: Der Integrationsprozess lässt sich mit einem digitalen Onboarding gezielt optimieren. So können Informationen zentral verwaltet und neuen Mitarbeitenden auch im Remote-Setting eine konsistente und reibungslose Erfahrung geboten werden.
Fazit
Onboarding ist ein zentraler Treiber für Engagement in Schweizer Unternehmen. In einem Umfeld, in dem die Bindung von Talenten zunehmend an strategischer Bedeutung gewinnt, ist ein strukturiertes Onboarding keine Option, sondern eine Investition in das eigene Humankapital.


