In einem angespannten Arbeitsmarkt reicht es nicht mehr aus, Talente zu rekrutieren und zu gewinnen: Man muss sie auch dazu motivieren, langfristig zu bleiben. Arbeitgebermarke, Unternehmenskultur, Employee Experience – die Hebel, um die besten Profile zu gewinnen und zu binden, sind vielfältig. Und alles beginnt bereits im Rekrutierungsprozess. Wie lassen sich diese Hebel nachhaltig aktivieren? Lucca zeigt, wie Sie Ihr Unternehmen zu einem echten Magneten für Talente machen.
Der Artikel in 1 Minute
-
Die Gewinnung von Talenten beginnt bereits vor der Anstellung. Pflegen Sie Ihre Arbeitgebermarke, Ihre Candidate Experience und Ihren Rekrutierungsprozess, um die besten Profile vom ersten Kontakt an zu überzeugen.
-
Sinnstiftung, Qualität am Arbeitsplatz (QVT), Diversität und Inklusion sind zentrale Hebel, um die Generation Z anzusprechen und die Attraktivität Ihres Unternehmens zu stärken.
-
Machen Sie Talente zu Botschafter:innen – mit strukturiertem Onboarding, partizipativem Management, interner Mobilität, fairen Zusatzleistungen und regelmässiger Anerkennung.
Wie lassen sich Talente für das eigene Unternehmen gewinnen?
Heute sind Kandidat:innen keine reinen Stellensuchenden mehr, sondern anspruchsvolle Konsument:innen. Sie vergleichen Arbeitgebende, wie sie es bei Online-Produkten tun.
Die Gewinnung von Talenten beginnt daher lange vor der Veröffentlichung einer Stellenanzeige. Entscheidend ist der Aufbau einer starken und konsistenten Arbeitgebermarke, ein gepflegtes Unternehmensimage und eine überzeugende Candidate Experience.
Da qualifizierte Kandidat:innen in der Schweiz stark umworben sind, ist es zentral, sich klar zu positionieren, um die besten Profile anzuziehen. Folgende Hebel sind besonders wirkungsvoll:
Eine starke Arbeitgebermarke aufbauen: Wer Talente überzeugen möchte, muss seine Unternehmenskultur authentisch vermitteln. Storytelling, interne Videos oder Erfahrungsberichte von Mitarbeitenden machen Werte sichtbar.
Ein gepflegtes Arbeitsumfeld bieten: Es zeigt, dass Sie das Wohlbefinden Ihrer Teams ernst nehmen, und prägt den ersten Eindruck.
Einen überzeugenden Karrierebereich auf Ihrer Website anbieten: Er sollte übersichtlich, für mobile Geräte optimiert, aktuell und informativ sein.
Attraktive Stelleninserate veröffentlichen: Aufgaben klar definieren, Zusatzleistungen hervorheben und das Arbeitsumfeld transparent darstellen.
Einen schnellen und reibungslosen Rekrutierungsprozess sicherstellen: Zu lange Entscheidungszeiten können qualifizierte Kandidat:innen abschrecken.
Einen guten Ruf am Markt pflegen: Bewertungen auf Glassdoor, Erfahrungsberichte von Mitarbeitenden oder Zertifizierungen beeinflussen die Wahrnehmung potenzieller Talente erheblich.
Gut zu wissen: Heben Sie die Differenzierungsmerkmale Ihres Unternehmens klar hervor. Jedes Detail zählt, um Talente nachhaltig zu überzeugen.
Wie lassen sich Talente der Generation Z gewinnen?
Die Generation Z, also junge Fachkräfte, die nach 1997 geboren wurden, bildet eine neue Generation von Talenten mit eigenen Erwartungen. Ihre Sicht auf Arbeit ist stark geprägt von gesellschaftlichen Entwicklungen, dem digitalen Umfeld und einem ausgeprägten Bedürfnis nach Sinn.
Ein attraktiver Lohn allein genügt nicht. Unternehmen müssen Werte glaubwürdig leben und eine Employee Experience bieten, die den Erwartungen dieser Generation entspricht.
So überzeugen Sie junge Talente:
Sinn vermitteln: Die Generation Z will nicht nur eine Stelle. Sie möchte verstehen, welchen Einfluss ihre Arbeit auf die Gesellschaft hat, und sucht gezielt Unternehmen, deren Werte mit ihren eigenen übereinstimmen.
Flache Hierarchien fördern: Starres Management hat ausgedient. Junge Talente möchten sich in einem flexiblen Umfeld entwickeln, in dem die Kommunikation offen ist, Verantwortung geteilt wird und ihre Ideen tatsächlich Gehör finden.
Auf Qualität der Arbeitsbedingungen setzen: Flexible Arbeitszeiten, Homeoffice, Coworking-Spaces oder Gesundheitsinitiativen – die Qualität der Arbeitsbedingungen ist für diese Generation eine klare Priorität.
Diversität und Inklusion fördern: Chancengleichheit, Respekt vor Unterschieden und die Wertschätzung aller Profile müssen integraler Bestandteil Ihrer HR-Politik sein – und in Ihrer Kommunikation sichtbar werden.
Den Auswahlprozess anpassen: Gestalten Sie den Rekrutierungsprozess transparent, dialogorientiert und zügig, damit er den Erwartungen dieser Generation entspricht.
Gut zu wissen: Wer die Generation Z gewinnen möchte, sollte eine partnerschaftliche Haltung einnehmen. Es geht nicht nur um die Besetzung einer Stelle, sondern um die gemeinsame Gestaltung eines Projekts.
5 Schlüssel zur langfristigen Bindung neuer Talente
Laut dem Lucca-Barometer zu beruflichen Erwartungen ist die Vergütung das wichtigste Kriterium für die Bindung. Dennoch gibt es weitere Hebel, um eine nachhaltige Beziehung zu Mitarbeitenden aufzubauen.
1. Onboarding erfolgreich gestalten
Die Integration neuer Mitarbeitender sollte als individueller Prozess verstanden werden. Seien Sie vom ersten Kontakt an offen, klar und erreichbar. Bereiten Sie den Arbeitsplatz vor, organisieren Sie ein Teamtreffen und planen Sie ein strukturiertes Integrationsprogramm mit Einblicken in verschiedene Bereiche, Mentoring und regelmässigem Austausch.
Onboarding bildet die Basis für eine nachhaltige Bindung. Wird dieser Schritt vernachlässigt, steigt das Risiko, dass neue Mitarbeitende frühzeitig wieder gehen.
Gut zu wissen: Onboarding betrifft nicht nur neue Mitarbeitende. Bei interner Mobilität kann ein erneuter Integrationsprozess sinnvoll sein. Man spricht dann von Crossboarding.
2. HR- und Führungsprozesse weiterentwickeln
HR-Praktiken und Führungsstil beeinflussen Engagement und Bindung massgeblich. Mitarbeitende verlassen selten das Unternehmen – häufiger verlassen sie ihre Führungskraft.
Unternehmen mit hoher Bindungsrate:
fördern partizipatives Management mit mehr Zuhören und weniger Autoritarismus;
etablieren eine gelebte Feedback-Kultur;
stärken Autonomie;
strukturieren Dialogformate wie Entwicklungsgespräche, Projekt-Reviews oder regelmässige Standortgespräche.
3. Interne Mobilität und Kompetenzentwicklung fördern
Wer sich weiterentwickeln kann, bleibt engagiert. Fehlende Perspektiven oder Routine sind dagegen häufige Ursachen für Demotivation.
Um Weiterentwicklung gezielt als Bindungshebel einzusetzen:
interne Mobilität fördern
Übergänge aktiv begleiten, etwa durch Coaching oder Mentoring
regelmässige Weiterbildungen anbieten – vor Ort oder digital
kontinuierliches Feedback durch 360°-Rückmeldungen oder Projekt-Reviews etablieren
Auch in der Schweiz möchten Mitarbeitende in einem Unternehmen arbeiten, das an ihr Potenzial glaubt und ihnen eine Zukunft bietet. Eine gut durchdachte Entwicklungsstrategie ist daher ein wirkungsvolles Instrument zur langfristigen Bindung.
4. Qualität am Arbeitsplatz (QVT)
Die Qualität am Arbeitsplatz ist für Mitarbeitende zu einem zentralen Kriterium geworden. Sie beschränkt sich nicht auf einzelne Zusatzleistungen, sondern spiegelt die tatsächliche Aufmerksamkeit für das Arbeitsumfeld und die Work-Life-Balance wider.
Wichtige Hebel sind:
Arbeitsorganisation: flexible Arbeitszeiten, Homeoffice, das Recht auf Nichterreichbarkeit und Autonomie in der Zeitgestaltung
Rahmenbedingungen: komfortable Arbeitsplätze, Rückzugs- und Begegnungsräume sowie eine angemessene Infrastruktur
Anerkennung und Sinn: klare Ziele, sichtbare Wertschätzung von Leistungen und Anerkennung durch Führungskräfte
Gesundheit und Wohlbefinden: Überlastung vorbeugen und präventive Massnahmen anbieten, etwa zur Burnout-Prävention
Gut zu wissen: Mit gemeinsamer Zeit, Teamritualen und im respektvollen Umgang miteinander entsteht langfristiges Engagement.
5. Zusatzleistungen anbieten und Löhne regelmässig überprüfen
Die Vergütung spielt eine zentrale Rolle für Engagement und Bindung. Sie ist ein deutliches Zeichen der Anerkennung und beeinflusst direkt, ob Mitarbeitende im Unternehmen bleiben.
Damit sie ihre Wirkung entfaltet, darf sie sich jedoch nicht auf den reinen Lohnbetrag beschränken. Gefragt ist eine stimmige und attraktive Vergütungspolitik, die auf zwei wesentlichen Pfeilern basiert:
Lohntransparenz, die Vertrauen schafft, Entwicklungsperspektiven nachvollziehbar macht und Frustration reduziert
Werteorientierung, also Zusatzleistungen, die zu den sozialen oder ökologischen Überzeugungen des Unternehmens passen
In der Schweiz ziehen jene Unternehmen Talente an, die den Menschen ins Zentrum stellen, eine starke Kultur leben und ihre HR-Praxis kontinuierlich an veränderte Erwartungen anpassen. Sind Sie bereit, ein Unternehmen zu gestalten, in dem sich Mitarbeitende engagieren und langfristig bleiben?


