Talente zu gewinnen und im Unternehmen zu halten gehört zu den zentralen Herausforderungen für Schweizer Unternehmen. Wer sich im Wettbewerb um Fachkräfte behaupten und nachhaltig wachsen will, muss gezielt handeln. Verschiedene Massnahmen können dazu beitragen, Mitarbeitende langfristig zu binden. Hier sind sieben wirkungsvolle Massnahmen.
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Mitarbeitende bleiben vor allem dann, wenn die Arbeitsbedingungen stimmen: tragbare Arbeitsbelastung, passende Tools und ein Management, das zuhört.
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Klare Entwicklungsperspektiven sind entscheidend, damit Talente nicht anderswo nach besseren Chancen suchen.
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Flexible Arbeitsmodelle wie Homeoffice oder flexible Arbeitszeiten sind zu einem wichtigen Attraktivitätsfaktor geworden.
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Aktives Zuhören und regelmässiges Feedback helfen, Warnsignale frühzeitig zu erkennen.
Wie können Unternehmen Talente gewinnen?
Massnahme 1: Eine flexible und moderne Arbeitsorganisation
Die klassische Routine aus Pendeln, Arbeiten und Schlafen hat ausgedient. Mitarbeitende möchten ihr Berufsleben mit ihrem Alltag vereinbaren, nicht umgekehrt. Zwei oder drei Tage Homeoffice pro Woche, flexible Arbeitszeiten oder eine Vier-Tage-Woche: Genau diese Freiräume können den Unterschied machen.
Wenn Mitarbeitende ihre Kinder um 17 Uhr abholen, früher starten oder sich am Freitagnachmittag bewusst eine Pause gönnen können, signalisiert das Vertrauen. Diese Flexibilität stärkt die Motivation und fördert das Engagement im Unternehmen.
Massnahme 2: Ein attraktives Vergütungspaket
Der Lohn bleibt ein entscheidender Faktor, um qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen. Gleichzeitig achten viele Kandidat:innen heute auf das gesamte Vergütungspaket. Dazu gehören etwa Boni, Gewinnbeteiligungen, Vorsorgelösungen, eine hochwertige Zusatzversicherung, vollständig bezahlter Elternurlaub, Essenszulagen oder Beiträge an den Arbeitsweg.
Statt möglichst viele Benefits anzubieten, lohnt es sich zu prüfen, welche tatsächlich relevant sind. In einer Branche wie dem Baugewerbe kann beispielsweise eine gute Zusatzversicherung mehr Gewicht haben als ein Beitrag an den Arbeitsweg, wenn Mitarbeitende täglich auf der Baustelle arbeiten.
Gut zu wissen: Manche Unternehmen setzen auf eine Retentionsprämie. Dieser Bonus wird besonders geschätzten Mitarbeitenden angeboten, um sie für eine bestimmte Zeit im Unternehmen zu halten.
Massnahme 3: Gelebte Unternehmenswerte
«Ich mochte meine Stelle, aber ich konnte mich nicht mehr mit dem Unternehmen identifizieren.» Dieser Satz fällt im Recruiting immer häufiger. Besonders jüngere Talente achten stark darauf, welche Werte ein Unternehmen tatsächlich lebt. Für viele wird dies zu einem entscheidenden Auswahlkriterium.
Wichtig ist jedoch: Werte müssen glaubwürdig sein. Aussagen zu Nachhaltigkeit, Diversität oder gesellschaftlicher Verantwortung auf der Karriereseite reichen nicht aus. Viele Kandidat:innen informieren sich aktiv und prüfen, ob die Handlungen eines Unternehmens mit seinen Versprechen übereinstimmen.
Wie lassen sich Talente im Unternehmen halten?
Massnahme 4: Ein durchdachtes Onboarding
Mehr als 50 Prozent der Mitarbeitenden, die ein negatives Onboarding erleben, suchen später aktiv nach einer neuen Stelle (Gallup, 2025). Das überrascht kaum. Schon in den ersten Tagen entscheidet sich, welchen Eindruck das Unternehmen hinterlässt.
Ein strukturiertes Onboarding hilft neuen Mitarbeitenden, sich schnell zurechtzufinden und willkommen zu fühlen. Arbeitsmittel und administrative Unterlagen sollten von Anfang an bereitstehen. Gleichzeitig ist es wichtig, neue Kolleg:innen zu begleiten, sie ins Team einzubinden und ihnen die Unternehmenskultur näherzubringen. So entstehen von Anfang an gute Voraussetzungen für einen gelungenen Start im Unternehmen.
Massnahme 5: Klare Entwicklungsperspektiven
Wer keine Perspektive erkennt, beginnt früher oder später, sich umzusehen. Umgekehrt stärkt es die Motivation, wenn Mitarbeitende wissen, dass sie sich weiterentwickeln, neue Rollen übernehmen oder ihre Kompetenzen erweitern können.
Deshalb sollten Entwicklungsmöglichkeiten transparent und nachvollziehbar sein. Mitarbeitende sollten wissen, welche Karrierewege bestehen und welche Kriterien dafür gelten. Entwicklungsgespräche und eine offene Kommunikation über interne Stellen oder Projekte unterstützen zudem die interne Mobilität.
Ebenso wichtig ist es, dass Führungskräfte gemeinsam mit ihren Mitarbeitenden Entwicklungsziele definieren und regelmässig überprüfen. Wer weiss, wohin die Reise gehen kann und welche Schritte nötig sind, plant seine Zukunft eher im bestehenden Unternehmen.
Massnahme 6: Gute Arbeitsbedingungen
Ein ergonomischer Arbeitsplatz, passende Tools, eine tragbare Arbeitsbelastung, effiziente Meetings und respektvolle Zusammenarbeit: Diese Faktoren wirken selbstverständlich, sind jedoch entscheidend für die Zufriedenheit im Arbeitsalltag. Wenn sich Frustrationen häufen, etwa durch technische Probleme, laute Grossraumbüros oder komplizierte Prozesse, steigt die Belastung. Motivation und Engagement nehmen ab, und ein Stellenwechsel wird attraktiver.
Sind die Arbeitsbedingungen hingegen gut, fühlen sich Mitarbeitende einfach wohler. Weniger Stress, weniger Konflikte und mehr Effizienz prägen den Alltag. In einem solchen Umfeld verliert der Gedanke an einen Wechsel an Bedeutung.
Massnahme 7: Eine Führungskultur auf Augenhöhe
Viele Mitarbeitende wünschen sich heute weniger Hierarchie und mehr Austausch mit ihren direkten Vorgesetzten (Swiss HR Barometer 2024). Autonomie, Mitsprache und regelmässige Gespräche gewinnen zunehmend an Bedeutung. Ebenso wichtig ist es, dass Mitarbeitende Sinn in ihrer Arbeit sehen, ihre Meinung äussern können, Fehler machen dürfen und in Entscheidungen einbezogen werden, die sie betreffen.
Im Zentrum dieser Führungskultur steht Vertrauen. Führungskräfte kontrollieren nicht permanent, sondern begleiten ihre Teams. Sie geben konstruktives Feedback, unterstützen die Weiterentwicklung und schaffen ein klares, sicheres Arbeitsumfeld. Eine solche Führungskultur stärkt die Bindung ans Unternehmen und reduziert Fluktuation, die durch unzureichendes Management entsteht.
Talente im Unternehmen zu halten ist weder Zufall noch reine Intuition. Es erfordert eine klare Strategie, konkrete Massnahmen und kontinuierliche Aufmerksamkeit. Wer Arbeitsbedingungen, Führung, Entwicklungsmöglichkeiten und Anerkennung gezielt gestaltet, schafft ein Umfeld, in dem Mitarbeitende bleiben möchten. Gerade in einem Arbeitsmarkt mit knappen Fachkräften ist diese Loyalität besonders wertvoll.
Mitarbeitende mit den richtigen HR-Prozessen langfristig binden: Talente zu gewinnen und im Unternehmen zu halten gelingt nur, wenn HR-Prozesse klar strukturiert sind und Mitarbeitende im Alltag gut unterstützt werden.


