Die Arbeitszeit ist ein zentrales Thema im HR-Management und bei der Erstellung von Lohnabrechnungen. In der Schweiz ist eine präzise Berechnung der Arbeitszeit entscheidend. So werden gesetzliche Vorgaben eingehalten und alle Mitarbeitenden fair vergütet. Sie sind Arbeitgeber:in, Arbeitnehmer:in oder HR-Verantwortliche:r? Wir zeigen Ihnen, wie die Berechnung der Arbeitszeit funktioniert – und wie Sie gesetzliche Vorgaben korrekt anwenden, um Fehler bei der Arbeitszeitberechnung zu vermeiden..
Wie ist die Arbeitszeit in der Schweiz gesetzlich geregelt?
In der Schweiz beträgt die maximale Arbeitszeit je nach Tätigkeit 45 oder 50 Stunden pro Woche. Alles darüber hinaus gilt als Überstunden. Diese werden entweder:
durch Freizeit ausgeglichen oder
mit einem vom Unternehmen oder durch den geltenden Gesamtarbeitsvertrag festgelegten Zuschlag vergütet.
Arbeitnehmende haben zudem Anspruch auf obligatorische Pausen, deren Dauer vom Umfang der Arbeitszeit abhängt:
15 Minuten bei einer täglichen Arbeitszeit von mehr als 5,5 Stunden
30 Minuten bei mehr als 7 Stunden
1 Stunde bei mehr als 9 Stunden
Zusätzlich schreibt das Schweizer Recht eine tägliche Ruhezeit von mindestens 11 aufeinanderfolgenden Stunden vor.
Gut zu wissen: In Branchen wie dem Gesundheitswesen oder dem Gastgewerbe gelten spezielle Arbeits- und Ruhezeitregelungen. Dort erfolgt die Zeiterfassung oft mit Hilfe einer Software.
Wie funktioniert die Arbeitszeitberechnung in der Praxis?
Die Berechnung der Arbeitszeit folgt klaren Regeln und berücksichtigt:
die tatsächlich geleisteten Stunden
die vorgeschriebenen Pausen
allfällige Überstunden
Berechnungsmethode
So berechnen Sie die Arbeitszeit:
Addieren Sie alle geleisteten Arbeitsstunden.
Ziehen Sie die obligatorischen Pausen ab, um die Nettoarbeitszeit zu erhalten.
Vergleichen Sie danach die errechnete Arbeitszeit mit der vertraglich vereinbarten Sollzeit. Alles, was darüber liegt, zählt als Überstunden.
Beispielrechnung
Beispiel 1: Berechnung tägliche Arbeitszeit
Arbeitsbeginn: 08:00 Uhr
Arbeitsende: 17:00 Uhr
Mittagspause: 1 Stunde
Berechnung: 17:00−08:00 = 9 Stunden − 1 Stunde Pause = 8 Stunden Arbeitszeit
Beispiel 2: Berechnung wöchentliche Arbeitszeit
Montag: 8 Stunden
Dienstag: 9 Stunden
Mittwoch: 8 Stunden
Donnerstag: 8 Stunden
Freitag: 7 Stunden
Berechnung: 8 + 9 + 8 + 8 + 7 = 40 Stunden Arbeitszeit
Liegt die vertragliche Wochenarbeitszeit bei 40 Stunden, entstehen keine Überstunden. Leisten Mitarbeitende jedoch 42 Stunden, ergeben sich 2 Überstunden. Sie werden je nach vertraglicher Regelung entweder mit Freizeit kompensiert oder mit Lohn – gegebenenfalls mit einem Zuschlag, der im Unternehmen oder im geltenden Gesamtarbeitsvertrag festgelegt ist – vergütet.
Lassen sich Arbeitszeiten mit Excel berechnen?
Excel eignet sich gut, um Arbeitszeiten mit Formeln zu erfassen und zu berechnen. Wichtig ist, die Tabelle sauber aufzubauen – sonst schleichen sich schnell Fehler ein.
Eine Excel-Tabelle zur Berechnung der Arbeitszeit nutzen
Für die Berechnung der Arbeitszeit mit Excel können Sie zum Beispiel folgende Spalten anlegen:
Wochentag
Arbeitsbeginn
Arbeitsende
Pause
Total Arbeitsstunden
Die gängigste Formel für die Berechnung der Nettoarbeitszeit lautet:
=(Arbeitsende−Arbeitsbeginn)−Pause
Beispiel einer Excel-Tabelle
| Wochentag | Arbeitsbeginn | Arbeitsende | Pause | Total Arbeitsstunden |
|---|---|---|---|---|
| Montag | 08:00 | 17:00 | 01:00 | 8 |
| Dienstag | 08:00 | 18:00 | 01:00 | 9 |
| Mittwoch | 08:00 | 17:00 | 01:00 | 8 |
| Donnerstag | 08:00 | 17:00 | 01:00 | 8 |
| Freitag | 08:00 | 16:00 | 00:45 | 7,25 |
Verwenden Sie diese Formel, um die geleisteten Arbeitsstunden pro Woche zu berechnen: =SUMME(Total Arbeitsstunden).
Welche Vorteile bietet ein Arbeitszeiterfassungstool?
Excel ist praktisch für einfache Berechnungen. Bei komplexeren Anforderungen kommt es jedoch schnell an Grenzen. Ein Arbeitszeitrechner nimmt Ihnen viele Schritte ab. Er spart Zeit, senkt das Fehlerrisiko und sorgt für mehr Übersicht. So behalten Arbeitgeber:innen und HR-Verantwortliche die geleisteten Stunden jederzeit im Blick.
Mit einem Arbeitszeiterfassungstool können Sie:
Arbeitszeiten und Pausen automatisch berechnen
im Vergleich zu manuellen Berechnungen Zeit sparen
Überstunden leichter identifizieren und verfolgen
die Einhaltung der Schweizer Arbeitszeitvorschriften sicherstellen
Fazit
Für einfache Fälle reicht Excel oder ein Online-Rechner oft aus. Wer jedoch eine verlässliche Verwaltung und volle Rechtssicherheit nach Schweizer Gesetzgebung sucht, ist mit einer HR-Software wie Lucca gut aufgestellt. Sie übernimmt die Arbeitszeiterfassung automatisch und liefert detaillierte Auswertungen zur Team-Performance.
Wer die Arbeitszeit transparent und gesetzeskonform erfasst, investiert nicht nur in Effizienz, sondern auch in das Wohlbefinden und die Motivation der Mitarbeitenden.



